Welches LVS?

Was ist beim Kauf von LVS-Geräten zu beachten?

Es ist schon teuflisch: Das LVS-Gerät ist mit 250-400 Euro mit der teuerste Ausrüstungsgegenstand für den Schneesportler (Tourenskifahrer, Boarder, Freerider, Schneeschuhgeher etc. im Gelände jenseits der Pisten). Man kauft ihn und hofft auch noch, dass man ihn nie braucht – wie absurd! Daraus jedoch zu folgern, hier kann ich sparen wäre fatal – denn wenn Du ihn brauchst geht es um nichts weniger als dein Leben oder das deines Freundes. Outdoor.de gibt Einkaufstipps zum Saisoneinstieg.

Das LVS-Gerät BCA TRACKER-2 verfügt über 3 Antennen, Real-time Display und zeichnet sich durch schnelle Signalverarbeitung, direkte Punktortung und einfache Mehrfachverschütteten-Suche aus. Bildquelle: www.krimmer-outdoor.de

Das LVS-Gerät BCA TRACKER-2 verfügt über 3 Antennen, Real-time Display und zeichnet sich durch schnelle Signalverarbeitung, direkte Punktortung und einfache Mehrfachverschütteten-Suche aus. Bildquelle: www.krimmer-outdoor.de


Digital und Analog

Seit über 20 Jahren senden alle in Europa zugelassenen Geräte auf 457 Khz. Die einzige fundamentale Änderung seit dieser Vereinheitlichung besteht in der Einführung der digitalen Empfangstechnologie. Wurden früher die ankommenden Signale 1:1 in ein akustisches und/oder optisches Signal umgewandelt (je näher der Sender, desto lauter der Ton) werden sie heute mittels Mikroprozessor in eine Richtungs- und Entfernungsanzeige verarbeitet. Dem Anwender wird dadurch ermöglicht, sich dem Verschütteten wesentlich schneller zu nähern und damit Leben zu retten. Rein analoge Geräte werden nicht mehr produziert, aber noch z.B. im Internet angeboten. Sie entsprechen nicht mehr aktuellen Standards.

1,2,3 Antennen

Die Stellung der Antennen von Sender und Empfänger zueinander bestimmt die Empfangsleistung. Nur in der sog. „optimalen Koppellage“ gibt es gute Ergebnisse. Mit einem Einantennengerät kann es passieren, das ich direkt über dem Verschütteten stehe und die Entfernungsanzeige 6 Meter angibt. Dies erklärt sich aus der Kopellage und dem Umstand, dass die magnetischen Feldlinien, welche das Signal transportieren, elliptisch verlaufen. Mit 2 Antennen geht es schon besser und Geräte, die Antennen in allen drei Achsen (x,y,z) aufweisen, sind unabhängig von der Koppellage. Zufällig sind das auch die teuersten.

Einfach- und Mehrfachverschüttung

Das Horrorszenario ist eine Mehrfachverschüttung auf engem Raum. Alle Geräte stoßen hier an Grenzen. Bei manchen der 3-Antennengeräte ist es möglich, lokalisierte Opfer „wegzuclicken“, damit sie die weitere Suche nicht behindern. Dies funktioniert aber nicht immer. Und wenn es nicht funktioniert, steigt der Stress ins Unermessliche. Da hilft nur wieder üben, üben, üben. Die Dreikreismethode von der Sicherheitsforschung des deutschen Alpenvereins ist eine einfache und leicht zu erlernende Methode, wenn die Technik versagt.

Weniger ist mehr

Eine einfache, möglichst selbsterklärende Bedienung und möglichst wenig Sonderfunktionen z.B. für die Mehrfachverschüttung erleichtern das Arbeiten im Ernstfall enorm. Die DAV-Sicherheitsforschung führt regelmäßig Tests der neuen Geräte durch. Suchstrategien wie die Dreikreismethode und die Testergebnisse sind jedermann auf der Website des Deutschen Alpenvereins zugänglich.

Die Quintessenz: Wer heute ein neues Gerät kauft, sollte sich für ein Ihm einfach bedienbar erscheinendes digitales 3-Antennengerät entscheiden. Und dann nichts wie raus und üben, üben, üben. Auch das Sondieren, auch das Schaufeln. Jedes Mal zu Beginn der Tour die Geräte und die Ausrüstung in der Gruppe checken. Dann hast Du wirklich alles getan.

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