Wandern und Bergsteigen in der Sierra Nevada

Touren durch Andalusiens Berglandschaften

Wandern in der Sierra Nevada

Wandern in der Sierra Nevada

Die südspanische Region Andalusien hat sich bei Touristen vor allem durch die Alhambra, seine Flamenco Bars, Strände und seinen Sherry einen Namen gemacht. Aber nur eine Stunde Fahrt von Granada und der Mittelmeerküste entfernt, eröffnet sich Outdoor-Urlaubern die Gebirgskulisse der Sierra Nevada mit den beiden höchsten Gipfeln der spanischen Halbinsel – dem 3.482 Meter hohen Mulhacén und dem 3.392 Meter hohen Veleta.

Der Nationalpark Sierra Nevada erstreckt sich vom Südosten Granadas bis in den östlichen Teil der Provinz Almería und wurde von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Aber auch der restliche Teil der Sierra Nevada bietet Outdoor-Sportlern zahlreiche Berge, die zu Wanderungen, Gipfeltouren und Kletterausflügen in allen Schwierigkeitsstufen einladen.

Die beste Zeit für einen Outdoor-Urlaub in der Sierra Nevada bietet sich von Juni bis Oktober. Bis Ende Juni liegt teilweise noch Schnee auf den Gipfeln über 3.000 Metern, der auf Wandertouren für eine angenehme Abkühlung sorgt. Kartenmaterial der Region ist vor Ort bei den Tourismusbüros erhältlich. Allerdings empfiehlt es sich, sich zusätzlich mit einem Kompass und einem Höhenmesser auszustatten, da die Wanderstrecken teilweise keine Markierungen aufweisen.

Outdoor-Test stellt Ihnen drei Wanderungen in der Sierra Nevada vor.

Entlang des Rio Alhama

Diese Wanderung führt Urlauber entlang der verschiedenen Seitenkanäle des Rio Alhama. Aufgrund der Bewässerung durch den Fluss, wandern Sie durch eine fruchtbare und grüne Landschaft mit zahlreichen Pappeln Pinienbäumen und Eichen am Wegesrand.

Die Wanderung startet südwestlich des Dorfs Lugros an der SE-25. Dort befindet sich das Ortsausgangs-Schild mit dem Bild eines Wolfes sowie der Aufschrift „Vaya con Dios“ (Gehe mit Gott). Folgen Sie der Straße für ca. 10 Minuten, bis Sie die Brücke von Herrerias mit einer Informationstafel erreichen. Von hier aus wandern Sie den Pfad entlang bergaufwärts und wenden sich an einem Holzpfosten nach rechts.

Im weiteren Verlauf der Route gelangen Sie über diesen Pfad zu einem Wasserkanal und überqueren unmittelbar hintereinander zwei Brücken. Nach einer Rechtskurve folgt eine weitere Brücke, nach der Sie ihre Wanderung weiter entlang des Kanals durch die Schlucht des Rio Alhama fortsetzen.

Nach einer guten Stunde Wanderzeit, steigt der Pfad eine Sandstraße hinauf. Wenn Sie sich dort nach links wenden, können Sie einen Wegweiser entdecken. Folgen Sie den Beschilderungen “Canada Real de los Potros” geradeaus durch die Schlucht. Wenn Sie einen Holzpfahl auf der linken Straßenseite entdecken, können Sie von hier aus Ihre Tour auf dem Pfad entlang des Kanals auf der anderen Seite der Schlucht fortsetzen.

Nach einiger Zeit kreuzt der Weg einen Pfad und eine Brücke. Lassen sie die folgende Brücke und den Pfad auf der rechten Seite des Kanals außer Acht und halten Sie sich weiter entlang des Kanals bis Sie auf eine Sandstraße stoßen. Hier wenden Sie sich nach links und biegen an der folgenden Weggabelung nach rechts in Richtung des Dorfplatzes ab. Um zurück zum Startpunkt der Wanderung zu gelangen, wenden Sie sich nach links und wandern entlang der Calle Herreria zum Ortsausgangs-Schild zurück.

Dauer: 2,5 Stunden
Länge: 7,5 Kilometer
Schwierigkeit: leicht

Im Nordosten der Sierra Nevada rund um Güéjar Sierra

Rund 16 Kilometer von der Stadtburg Alhambra entfernt, haben Wanderer die Möglichkeit, die Region um die Gemeinde Güéjar Sierra am Nordosthang des Nationalparks Sierra Nevada zu erkunden. Um zum Startpunkt der Wanderung zu gelangen, fahren Sie die Straße entlang, die von der Südseite von Güéjar Sierra bergauf in westliche Richtung führt. Nachdem Sie das Ortsausgangs-Schild passiert haben, verbleiben Sie noch rund einen Kilometer auf der Straße, bis Sie eine Gabelung mit einem Wegweiser erreichen. Nehmen Sie die Abzweigung nach rechts in Richtung “Fuente de los 16 Cañónes”. Nach rund 900 Metern erblicken Sie eine weitere beschilderte Weggabelung, an der Sie nach links fahren und nach weiteren 200 Metern die Fontänen erreichen.

Zu Beginn der Wanderung, steigen Sie auf einem steilen Weg in Richtung “Cerro el Calar” (Beschilderung) bergauf. Nach einem Wassertank und einem weiteren Wegweiser nach „Cerro el Calar“ wird der Weg zu einem schmalen Pfad. In Höhe eines Holzpfahls, schlagen Sie an der Weggabelung den Pfad nach links ein. Nach ein paar Gehminuten erreichen Sie einen anderen Holzpfahl, dessen Kennzeichnung Sie nach links weiter bergauf weist. In dieser Passage der Wanderung eröffnen sich Ihnen das Panorama über Güéjar Sierra und den See Canales reservoir.

Im weiteren Verlauf der Route wandern Sie an einer terrakottafarbenen Felswand links von Ihnen weiter steil bergauf bis zum Pass der Hochebene von Toril, der durch zwei schwarze Kreuze markiert ist. An der Weggabelung setzen Sie Ihren Aufstieg weiter nach links fort. Wenn Sie den Blick in südliche Richtung wenden, können Sie die Gipfel des Mulhacén und des Veleta erkennen.

Später passieren Sie die Bunker von Los Parapetos, welche aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs stammen. Folgen Sie von hier aus den Beschilderungen nach „Collado de la Gitana“. Nach einer Senke steigt der Weg in Richtung Alto de Calar an und bietet ein Panorama über die Gebirgsketten der Region.
Für den Abstieg folgen Sie den Beschilderungen des Holzpfahls (weißer Pfeil) nach rechts, vorbei an einer schwarzen Felswand zu Ihrer Rechten. Ein weiterer Holzpfahl weist Ihnen den Weg nach rechts zum Pass von Gitana.

Wenn Sie die Straße entlang des Passes erreichen, lassen Sie diese außer Acht und nehmen stattdessen den untersten und breitesten Pfad zu Ihrer Rechten zum Abstieg. Dieser ist von schroffen Felsformationen gesäumt. Der Weg führt weiter vorbei an einer riesigen Steilsäule (rechts) und verläuft anschließend zwischen einzelnen Felsen. Bald können Sie das Reservoir im Tal erkennen. Wandern Sie weiter bergab bis zur Sandstraße und richten Sie sich anschließend nach links taleinwärts, bis Sie den oberen Teil von Güéjar Sierra erreichen. Kehren Sie nach rechts zum Anfangspunkt der Route zurück.

Dauer: 4,5 Stunden
Länge: 13 Kilometer
Schwierigkeit: mittel

Von Hoya de la Mora auf den Gipfel des Mulhacén

Startpunkt der Wanderung ist der Parkplatz von Hoya de la Mora an der A-359. Von den Serpentinen des Weges zweigt ein Trampelpfad in Richtung der Statue der “Virgen de las Nieves” ab. Folgen Sie dem Pfad für rund 1,5 Stunden. An seinem Ende schließt sich auf der rechten Seite ein Sandweg an, welcher den Blick auf die Lagune von Yeguas ermöglicht. Nach rund 20 Minuten wenden Sie sich an der Weggabelung nach rechts. (Der Weg Links führt zum Gipfel des Veleta) Bereits nach ein paar Minuten, folgt eine erneute Weggabelung, an welcher Sie den Weg nach links einschlagen und die Hütte von Carihuela passieren.
Im weiteren Verlauf führt die Wanderung weiter auf steinigem Untergrund mit Ausblick auf Lagunen und Schluchten bergauf und bergab. Auf dem Weg liegen die Lagunen von Vasares und Río Seco. Darüber hinaus besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, Steinböcke beobachten zu können.

Nach rund drei Stunden Gesamtwanderzeit können Sie auf der linken Seite zwei Steinpyramiden entdecken, zwischen denen ein Pfad in Serpentinen den Kamm hinauf führt. Setzen Sie ihre Wanderung den Kamm entlang nach links fort. Nach ein paar Metern schlagen Sie in den schmalen Pfad auf der rechten Seite ein, welcher einen Ausblick auf die Lagune von Caldera bietet. Folgen Sie dem Pfad weiter bis zur Hütte von Caldera. Über den Wanderweg erreichen Sie den Beginn eines sehr steilen Pfads, der zum Gipfel des Mulhacéns hinauf führt. Die Gipfelspitze ist durch eine Steinsäule markiert.

Wenn Sie Ihren Blick nach Norden richten eröffnet sich Ihnen ein Ausblick über die Lagune von Mosca und die Schlucht von Valdecasillas. In südwestliche Richtung befindet sich die Lagune Hondera, im Westen sind die Lagunen von Caldera und Caldereta zu erkennen. Im Nordswesten erstreckt sich der Ostkamm der Sierra Nevada mit der maurischen Festung Alcazaba im Vordergrund.

Für den Abstieg gehen Sie den Pfad entlang zum anderen Ende des Kammes, wo sich eine weitere Steinsäule befindet. Über einen Pfad auf der linken Seite gelangen sie ab der Wegteilung über einen flachen Abhang auf einen Wanderweg. Von hier setzen Sie ihre Tour nach rechts fort. Im weiteren Verlauf passieren Sie die Hütte von Caldera und können später auf der linken Seite die im Tal gelegene Hütte von Poqueira erkennen. Wenn Sie den Pfad erreichen, auf dem Sie zum Kamm aufgestiegen sind, kehren Sie auf der gleichen Route zum Startpunkt der Wanderung zurück.

Dauer: 9 Stunden 45Minuten
Länge: 31km
Schwierigkeit: schwer

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