Test: Samsung Galaxy Xcover 2

Outdoor-Handy mit Abstrichen

Mobiltelefone gehören zum Alltag. Fast jeder möchte überall erreichbar sein. Auch draußen in der Natur. Hier unterscheiden sich jedoch die Anforderungen vom Alltags-Handy: Unempfindlich sollte ein Outdoor-Handy sein, den Kontakt mit Outdoor-typischen Gefahrenquellen wie Wasser und Schmutz darf es nicht scheuen und gelegentliche Stürze sollte es auch aushalten können. Trotz alledem soll das Mobiltelefon natürlich nicht altbacken daherkommen. Sowohl technisch als auch optisch muss das Handy zu überzeugen wissen. Ob das Samsung Galaxy Xcover 2 diese Kriterien erfüllen kann, soll im Outdoor-Test geklärt werden.

 

Erster Eindruck
Das Samsung Galaxy Xcover 2 wirkt sehr robust. Es ist von einem Kunststoff-Mantel umgeben, der sich über die Vorder- und Rückseite erstreckt. Lediglich an den Seiten ist der in unserem Test-Gerät rote Alu-Rahmen des Samsung Galaxy Xcover 2 zu sehen.
Durch die angeraute Kunstoff-Rückseite liegt das Outdoor-Handy griffig und rutschfest in der Hand. Die drei mechanischen Bedienelemente haben einen angenehmen Druckpunkt. Lediglich die Lautstärke-Wippe scheint bei unserem Testprodukt beschädigt zu sein und lässt sich nur schwer bedienen.


Samsung Galaxy Xcover 2 LieferumfangLieferumfang

Unter der Vorwarnung “Extreme Experience” öffnen wir die für ein Mobiltelefon ungewöhnlich große Lieferbox. Enthalten ist ein Lade- und Datenübertragungskabel sowie eine Gebrauchsanleitung. Das eigentliche Highlight stellen jedoch die beigelegten Test-Goodies dar. Eine aufblasbare Gummikeule, ein Plastiktütchen voller Sand und eine Tupperbox mit Plastikfischen. Es bietet sich also die Gelegenheit, die versprochenen Eigenschaften, die mit dem IP 67 Siegel einhergehen, ausgiebig zu testen. Geräte, die mit dem IP 67 Standard ausgezeichnet sind sollen vor eindringendem Schmutz und Untertauchen in bis zu 1m Tiefe für bis zu 30 Minuten unbeschadet überstehen. Zudem soll das Samsung Galaxy Xcover 2 stoßunempfindlich sein. Wir sind gespannt!

 

Allgemeine Beschreibung
Auf der Vorderseite unterhalb des Displays befinden sich wie bereits beim Vorgängergerät Samsung Galaxy Xcover 1 drei Bedienelemente: „Optionen“, „Home“ und „Zurück“. Oberhalb des Displays liegt der Lautsprecher. Links daneben eine VGA-Kamera. An den Seiten finden sich Bedienelemente für die Lautstärkeregelung (links) sowie der Powerknopf und ein Auslöser für die Kamera (rechts). Auf der Rückseite sind ein weiterer Lautsprecher, der Blitz und die 5 Megapixel Kamera angebracht.Samsung Galaxy Xcover2 Bajonett-Verschluss Weiter unten befindet sich der Verschluss der Hülle. Hier wurde ein für Outdoor-Navis typischer Bajonett-Verschluss gewählt. An der oberen Seite befindet sich der Kopfhörer-Eingang, auf der unteren Seite der Mini-USB-Eingang. Der Kunststoff-Mantel überzeugt sowohl optisch als auch in seiner Funktionalität. Durch die angeraute Oberfläche verfügt das Samsung Galaxy Xcover 2 über eine angenehme Haptik und guten Grip, der dem Handling zugutekommt. Schaltet man das Outdoor-Handy zum ersten Mal ein, gelangt man in das Android-übliche Menü. Auf unserem Testgerät ist das Android Betriebssystem Jelly Bean 4.1 vorinstalliert.

 

Outdoor-Test Samsung Galaxy Xcover 2
Der robuste Eindruck des Samsung Galaxy Xcover 2 bestätigt sich auch auf den zweiten Blick.
In unserem Test machen wir von den beigelegten Utensilien Gebrauch und konfrontieren das Galaxy Xcover 2 mit Sand, Wasser und Gummikeule. Während letztere eher als wenig repräsentativ einzustufen ist, waren wir hinsichtlich des Wasser- und des Sandeinsatzes durchaus gespannt. Die Robustheit des Geräts im Hinblick auf Stöße wurde ebenfalls getestet. Mit positivem Ergebnis. Aus einer Fallhöhe von einem Meter waren auch nach fünf „Versuchen“ keine Macken, Kratzer oder gar technische Defekte zu erkennen. Um die Wasserdurchlässigkeit zu testen, legen wir das Xcover 2 zunächst für 10 Minuten in eine mit Wasser gefüllte Schale.Samsung Galaxy Xcover2 Innenleben Nachdem das Outdoor-Handy den Grund der ca. 5 cm hohen Tupperdose erreicht hat, durchläuft das Handy wie von Geisterhand gesteuert sämtliche Menüs. Kurz bevor Schwedisch als neue Systemsprache eingestellt wird, unterbrechen wir den Tauchgang. Nachdem wir ein weiteres Mal die Sperrtaste betätigen und das Handy zurück ins kühle Nass befördern, tritt der Fehler nicht mehr auf. Trotz des kurzen Wasserbads wird beim Öffnen der Abdeckung deutlich, dass das Outdoor-Handy nicht gänzlich wasserdicht ist. So sind unterhalb der Akkuabdeckung deutliche Wasserrückstände zu erkennen. Auf Grund eines zusätzlichen Dichtungsrings gelangt jedoch kein Wasser in das Innere des Xcover 2.- Test bestanden.
Beim zweiten IP 67 Test schneidet das Samsung Xcover 2 jedoch nicht so gut ab. Nach kurzem Herumwirbeln in der von Samsung beigefügten und mit Sand gefüllten Plastiktüte, sind nach der Entnahme aus dem Beutel und einem groben Abschütteln das Handys bleiben im Test noch reichlich Sandrückstände, vor allem auf der Vorderseite des Geräts zurück. Besonders ärgerlich: Die drei Bedienelemente auf der Vorderseite des Samsung Galaxy Xcover 2 sind nach dem Sandbad kaum noch zu bedienen. Die Lautstärke-Wippe, die bereits im Lieferzustand Probleme bereitete, ist nun kaum noch zu betätigen. Unter leichtem Knirschen öffnen wir die Abdeckung. Auch wenn sich hier auf den ersten Blick nur wenige Sandkörner ins Innere des Xcover 2 verirrt haben, sind auf den zweiten Blick alle noch so kleinen Schlitze und Öffnungen mit Sand bedeckt.
Erwähnenswert ist, dass es sich beim Test-Sand um verhältnismäßig feines Granulat handelt. Da dieser jedoch von Samsung selbst zur Verfügung gestellt wurde, sollte man davon ausgehen, dass das Gerät hierdurch keine Beeinträchtigung erfährt.
Gut, dass wir wissen, dass das Gerät wasserfest ist, so können wir das Xcover 2 problemlos mit Wasser reinigen. Dennoch – Im Sand-Test erhält das Gerät einen Minuspunkt.
Somit erfüllt das Samsung Galaxy Xcover 2 nur eine der beiden IP 67 Schutzarten zufriedenstellend. Während der Wasserkontakt keine Probleme mit sich brachte, beeinträchtigte der Sand, wenn auch nur kurzfristig, die Bedienbarkeit des Outdoor-Handys.

 

Technische Details
Samsung Galaxy Xcover2 KameraDas Samsung Galaxy Xcover 2 verfügt über ein 4 Zoll TFT-Display mit einer maximalen Auflösung von 800×480 Pixeln, was einen eher durchschnittlichen Wert für aktuelle Smartphones darstellt. Da es sich hier jedoch nicht um ein High-End-Gerät, sondern um ein Outdoor-Handy handelt, ist dieser Punkt zu verkraften. Farben und Kontraste werden sauber und scharf dargestellt.
Schade ist jedoch, dass das Display des Xcover 2 stark spiegelt. Ärgerlich, da der vermeintliche Haupteinsatzort eines Outdoor-Handys im Freien ist und direkte Sonneneinstrahlung hier für Probleme der Ablesbarkeit sorgen kann.
Die Prozessorleistung des 1 Gigahertz Dual-Core Prozessors erwies sich in unserem Test als zufriedenstellend. In Kombination mit dem Arbeitsspeicher von einem Gigabyte laufen sowohl die Menü-Navigation als auch die getesteten Apps flüssig und ohne längere Ladezeiten.
Der angegebene Gerätespeicher von 4 Gigabyte entspricht jedoch nicht der vollen Wahrheit. In unserem Test-Gerät stand uns lediglich 1 Gigabyte zur Verfügung. Die übrigen 3 Gigabyte sind bereits durch vorinstallierte Software und Apps vergeben. Zwar ist der Speicher per Micro SD-Karte um bis zu 32 GB erweiterbar, doch ist das werksseitig zunächst begrenzte Speichervolumen ein klarer Minuspunkt.

 

Kamera
Das Samsung Galaxy Xcover 2 verfügt neben einer VGA-Kamera an der Vorderseite über eine 5 Megapixel-Kamera an der Rückseite. Die Bildqualität ist zufriedenstellend und sollte den Ansprüchen gelegentlicher Schnappschüsse Genüge leisten. Ein nettes Feature ist die Unterwasser-Funktion, die per Menü ausgewählt werden kann. Ist diese aktiviert, funktioniert lediglich der mechanische Auslöser auf der rechten Seite des Alu-Rahmens, sodass keine Bilder durch ungewollte Berührungen des Touchscreens entstehen können. Nach dem Fehler, den das Xcover 2 im ersten Wasserbad-Test produzierte, scheint dies eine durchaus nützliche Funktion zu sein.

GPS
Der GPS-Empfang wurde in unseren Tests schnell hergestellt und funktioniert in der Folgezeit problemlos und in einer hohen Genauigkeit (ca. 6 Meter). Samsung spendiert neben Google Maps und ADAC Maps die beiden Navi-Apps „Navigation“ und „apemap“. Über letztere lassen sich zahlreiche Wanderwege, Trekkingtouren oder Radwege in der näheren Umgebung finden, die von anderen Nutzern angelegt, kommentiert und bewertet werden können.

Akku
Samsung Galaxy Xcover2 WassertestBerücksichtigt man die Tatsache, dass gerade ein Outdoor-Handy einen längeren Zeitraum ohne wiederholtes Aufladen auskommen sollte, präsentiert sich die Wahl des 1700mAh-Akkus als klare Schwäche. Mit maximaler Display-Helligkeit und gelegentlich aktiviertem GPS hält das Xcover S2 knapp 24 Stunden. Bei reger Nutzung der vorinstallierten Navi-Apps verringert sich die Akkulaufzeit noch einmal, weswegen mehrtätige Touren ohne nächtliches Wiederaufladen an einem mitgeführten, externen Akkupack nicht möglich sind. Da der Akku auswechselbar ist, kann immerhin ein Ersatz-Exemplar mit auf Reisen genommen werden. Dennoch – für ein Outdoor-Handy ist die Akku-Leistung deutlich zu gering.

 

Fazit
Test Samsung Galaxy Xcover2Das Samsung Galaxy Xcover 2 überzeugt nur bedingt als Outdoor-Handy. Die angegebene IP 67 Zertifizierung konnten wir in unserem Test nicht vollends nachvollziehen. Während das Wasserbad zwar keine direkten Folgeschäden nach sich zog, entwickelte das Handy durch eine Fehlfunktion des Touchscreens kurzzeitig ein Eigenleben. Beim Test im Sandbad gelangte dieser in kleinste Öffnungen und legte die mechanischen Tasten im Fall der drei Bedienelemente zeitweilig, im Fall der Lautstärke-Wippe sogar gänzlich lahm.
Während die GPS-Leistung überzeugte und sich die technische Ausstattung für den Verwendungszweck Outdoor bis auf das geringere Speichervorlumen als zufriedenstellend erwies, entspricht die Akku-Leistung keinesfalls den Vorstellungen, die an ein Outdoor-Handy gestellt werden.
Insgesamt erhält das Samsung Galaxy Xcover 2 daher 2,5 von 5 Sternen.

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