statusCHECK Nachhaltigkeit: European Outdoor Conservation Association (EOCA)

Weniger als 10% der Outdoor-Industrie sind aktiv involviert

Interview mit Tanya Bascombe, General Manager der EOCA (European Outdoor Conservation Association). Übersetzung: Outdoor-Test.de

Tanya Bascombe, General Manager der EOCA

Tanya Bascombe, General Manager der EOCA

Outdoor-Test: Was waren aus Ihrer Sicht in den letzten 12 Monaten in Bezug auf Nachhaltigkeit wichtige Schritte in der Outdoorbranche? Was ist versäumt worden?

Tanya Bascombe: Vom Standpunkt des Umweltschutzes aus betrachtet konnten wir mit der EOCA einen wichtigen Meilenstein erreichen: Seit ihrer Gründung hat die EOCA über eine Million Euro an Spendengeldern aufbringen können, die zu 100% in Umweltschutzprojekte auf der ganzen Welt geflossen sind. Der gesamte Betrag wurde innerhalb der Outdoor-Industrie gesammelt und zeigt, dass die Outdoor-Industrie durch gemeinschaftliche Zusammenarbeit einen großen und sehr lohnenswerten Einfluss auf den Erhalt unserer Natur haben kann. Seit dem Start der EOCA haben wir insgesamt 46 Projekte in 27 Ländern unterstützt. Dabei wurden 200 Kilometer Wanderwege instand gesetzt, 20.000 Hektar Wildnis geschützt, 70.000 Setzlinge gepflanzt und die Natur von 72 Tonnen Müll befreit.

Outdoor-Test: Was wären sinnvolle nächste Schritte in der Outdoorbranche?

Tanya Bascombe: Naja, eigentlich kann alles nur noch besser werden! Wir haben jetzt 80 Mitglieder, was sich nach ziemlich viel anhört bis man realisiert, dass an der OutDOOR 2012 im Juli über 900 Aussteller teilnahmen. Das bedeutet, dass weniger als zehn Prozent der Outdoor-Industrie aktiv involviert sind. Ich sage nicht, dass die übrigen 90% untätig sind, was den Schutz der Umwelt, von der wir alle abhängig sind, anbelangt. Ich bin sogar sicher, dass eine große Anzahl von ihnen „ihren Beitrag“ leistet – ich möchte nur herausstellen, dass es in der Outdoor-Industrie noch großes Potential gibt, um mehr Spenden zu erhalten, um noch viel mehr Projekte fördern zu können. Unerheblich, ob die Unternehmen sich dazu entscheiden, ihre Aktivitäten mit der EOCA gemeinsam oder allein: Wir können und sollten alle sehr viel mehr leisten. Um es ganz offen zu sagen: Ohne wilde, unberührte Natur gäbe es keine Outdoor-Industrie! Wir haben einen guten Start hingelegt, aber es könnte alles um so vieles besser sein! Stellen Sie sich vor, wir könnten Umweltschutzprojekte jährlich mit einer Million Euro unterstützen!

Outdoor-Test: Was planen Sie als Organisation in diesem Bereich?

Tanya Bascombe: Die EOCA schaut natürlich erst einmal in Richtung der zweiten Euro-Million! Und vielleicht können wir diese in der Hälfte der Zeit erreichen. Wir sind gerade in Gesprächen mit einigen Unternehmen, die wir auf der OutDOOR getroffen haben und hoffen, im Laufe der nächsten Monate einige neue Mitglieder begrüßen zu dürfen. Wir bemerken darüber hinaus, dass dieses Thema auch für die Outdoor-Kundschaft eine zentrale Rolle einnimmt. An unserer öffentlichen Abstimmung darüber, welche Projekte die EOCA fördern sollte, nahmen in diesem Jahr über 55.000 Menschen aus ganz Europa teil. Wir haben in diesem Zeitraum über vier Millionen Menschen erreicht und konnten die EOCA und ihre Mitglieder potentiellen Kunden präsentieren. Diese Kunde erwarten, dass sich die Outdoor-Industrie engagiert in ganz praktischem, bodenständigem Umweltschutz, um der Natur ein wenig zurück zu geben.
Letztendlich läuft es doch darauf hinaus: Je mehr Mitglieder wir haben, desto mehr Geld können wir in unsere Projekte stecken und desto stärker können wir uns um den Erhalt unserer wunderschönen Landschaften kümmern. Und ich bin mir sicher, dass das niemand bezweifeln wird!

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