Graubünden – zum Glück bald weiß!

Skitouren in Graubünden

Winter in Graubünden

Winter in Graubünden

Graubünden ist der größte Schweizer Kanton, welcher praktisch die gesamte Osthälfte des Landes umfasst. Mit dem Blick von Menschen, die am unteren Bildrand am liebsten zwei Skispitzen sehen, ist Graubünden das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und zählt sicherlich zu den am besten erschlossenen Skitourenregionen der Welt. Wobei erschlossen keineswegs überlaufen, schmutzig und laut bedeutet, sondern hervorragend dokumentiert (Schweizer Landeskarten plus SAC-Skitourenführer), beste öffentliche Anbindung mit der Rhätischen Bahn und dem stets auf Skifahrer eingestellten gelben „Poschti“.

Und nicht zuletzt: Schweizerische Gastfreundschaft allerorten auf höchstem Niveau, was mitunter durchaus wörtlich zu nehmen ist. Die Topographie gibt her, dass jegliche Fasson bedient wird – Ob Genusswanderer oder Extremskibergsteiger. Outdoor.de stellt drei bündnerische Top-Destinationen vor.

Region Arosa – Durchquerung light

Zwischen den Skigebieten von Davos/Klosters im Osten und Arosa im Westen sendet das Weissfluh-Massiv zwei schöne Hochtäler nach Südwesten, die mit klangvollen Namen Skitourengeher locken, welche die flachen und nicht allzu langen Aufstiege lieben: Das Sapün und das Fondei. Bei Langwies auf 1300 Metern laufen sie im Laubwald zusammen und hier, wer hätte es gedacht, hält auch die Rhätische Bahn. Gleich drei schöne, im Winter geöffnete Bergunterkünfte stehen so nah beieinander, dass man stressfrei die jeweils nächste erreicht und man stets einige gemütliche Halbtagestouren unternehmen kann: Skihütte Pirigen, Skihaus Casanna und das urige Heimeli, dessen Name natürlich Programm ist.

Juf – in einer Woche nicht zu schaffen

Der Autor fährt seit Jahrzehnten nach Juf, noch immer sind nicht alle Touren abgehakt. Dass in diesem Skitouren-Eldorado außerhalb der Schulferien dennoch relative Einsamkeit herrscht, liegt wohl auch an der begrenzten Zahl von Unterkünften. Hier im höchstgelegenen ganzjährig bewohnten Alpental. Man möchte hier keinen Massentourismus, und das ist gut so. Den Skitouristen lockt hier die Vielfalt. Von Varianten neben dem Skilift (Achtung Familien: Hervorragende Skilehrer betreuen die Kinder, während die Eltern auf Tour gehen…) bis zum fordernden Piz Platta (1400 Höhenmeter, Klassifizierung s – schwierig) check! Ist alles dabei und auch bei Lawinengefahrenstufe 4 geht noch was.

Bernina – der Festsaal steht in Graubünden!

„Festsaal der Alpen“, so nennt man die Berninagruppe. Das Panorama des Piz Palü mit seinen drei Pfeilern, rechst daneben die Bellavistaterasse mit ihren Eisabbrüchen und schließlich der Piz Bernina, einziger 4000er der Ostalpen mit dem in der Morgensonne glitzernden Biancograt – da stockt einem der Atem. Der Skitourengeher kann mit der Seilbahn (Diavolezza), direkt auf dem Fell (am besten Bahnhof Morteratsch) oder sogar muckelig eingewickelt mit Glühwein per Pferdekutsche durch das Val Rosegg auf den Gipfel gelangen. Die Diavolezza ist eine edle Bergunterkunft auf fast 3000 Meter Höhe. Hier kann man gar im Hotspot draußen heiß baden, mit Blick auf den berühmten Piz Palü. Seine Besteigung bietet eine verhältnismäßig spaltenarme Skihochtour der Extraklasse mit einem luftigen Abschluss am Gipfelgrat. Die Abfahrt über den Morteratschgletscher bietet 2000 Höhenmeter Tiefschneevergnügen, sofern die Verhältnisse passen. Vom südlichsten Zipfel Graubündens hinein ins gelobte Land der schwingenden Zunft.

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