1000 Wanderwege und noch mehr im Kanton Bern

Grenzenloses Wandervergnügen

Bern ist einer der größten Schweizer Kantone und entsprechend finden Wanderer eine große Auswahl an Touren. Im gesamten Kanton sind rund 10.000 Wegekilometer zu erwandern, davon 5.000 allein im Berner Mittelland, wo Seen, Flussauen und Hügel die Landschaft prägen. Wanderungen führen abwechslungsreich über saftige Wiesen und durch Mischwälder, durchqueren nette Ortschaften mit schmalen Gässchen – und im Hintergrund erstrahlt immer wieder das herrliche Alpenpanorama mit seinen weißen Gipfeln.

Die übrigen 5.000 Wanderkilometer finden sich im Jura und im Berner Oberland, wo es auch schon mal höher hinaufgeht bis in den hochalpinen Bereich und bis zu den besagten weißen Gipfeln.
Insgesamt mehr als 1000 inventarisierte und markierte Wanderrouten unterschiedlicher Länge führen die Wanderer im Kanton Bern durch die verschiedensten Landschaften und verheißen puren Naturgenuss.

Wanderwege für jeden Geschmack

Für jeden Geschmack lassen sich passende Wege finden. Ob bequem auf ebenen Wegen oder anspruchsvoll auf steilem Berggrat, die Wanderer müssen sich nur die richtige Region heraussuchen, und schon kann es losgehen. Für Kinder geht es über Stock und Stein mit allerhand Sehenswertem unterwegs, Senioren finden gemächlichere Spazierwege mit herrlicher Aussicht, und anspruchsvolle Wanderer können mehrstündige oder sogar mehrtägige Touren in hochalpinem Gelände unternehmen.

Gemütliche Promenadenwege

Für gemütliche Spaziergänge eignet sich besonders das vielfältige Berner Mittelland – einerseits den Jura im Blick, anderseits Bern und die beeindruckende Alpenkette im Hintergrund. Ein wunderschöner Uferweg an der südöstlichen Seite des Bielersees führt von Nidau nach Erlach. Rund 5 Stunden beansprucht die 19 km lange Strecke am schilfbestandenen Ufer entlang. Unterwegs fällt der Blick auf das gegenüberliegende Ufer und die Juraberge sowie auf die alten Föhren der Halbinsel St. Peter, die sich von Süden her mitten in den See hineinzieht. Wer sich bei Lüscherz den kurzen Anstieg, zirka 100 Höhenmeter, zur Hofmannsfluh gönnt, kann auf den See hinunterblicken.

Eine angenehm stille Wanderung im Berner Jura ist der 15 km lange Rundweg von Les Reussilles zum Étang de la Gruère, einem Hochmoor, das sich auf dem porösen Jura-Kalkstein herausgebildet hat. Der Naturlehrpfad um den idyllischen See mitten im Naturschutzgebiet erläutert die einzigartige Moorvegetation: Torfmoose, Moos- und Moorbeeren genauso wie Heidelbeersträucher, Bergföhren und Moorbirken.

Eine kleine Rundwanderung in alpineren Gefilden führt durch den Alpengarten auf der Schynigge Platte bei Interlaken, die man mit der Zahnradbahn erreicht und bei der man die unglaubliche Vielfalt der Schweizer Alpenflora kennenlernen kann. 520 verschiedene Pflanzenarten gedeihen auf dem nur 1 km langen Rundwanderweg, der außerdem mit einer umwerfenden Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau punktet.

Wege für staunende Kinderaugen und forschende Kinderhände

Noch näher dran an der berüchtigten Eigernordwand sowie an Mönch und Jungfrau ist man auf der Kleinen Scheidegg oberhalb Grindelwald, wo eine knapp dreistündige Rundwanderung zum Lauberhorn führt, Startplatz des berühmten Lauberhorn-Skirennens. Eine richtige Familienwanderung, bei der schon die steile Bahnfahrt mit der Jungfraubahn bis hierher auf 2061 m interessant ist. Auf den Almen sind Kühe zu bestaunen und man kann sich mit frischer Milch und kräftigem Bergkäse stärken. Unschlagbar ist der grandiose Ausblick auf die Felswände, in denen man Kletterer beobachten kann. Fernglas nicht vergessen!

An Bächen bauen Kinder gerne Staudämme oder sie kraxeln auf Bäumen herum. Hauptsache, auf der Strecke gibt es viel zu sehen und auch anzufassen. Wie wäre es also mit einem Streichelzoo unterwegs? Als Beispiel: Auf die Wispile bei Gstaad fährt eine Seilbahn hinauf und oben gibt es einen Baumerlebnispark und einen kleinen Zoo. Daran lässt sich eine dreistündige leichte Höhenwanderung zum Lauenensee anschließen. Der Meteoweg am Beginn der Strecke vermittelt Interessantes über Wolken, Wind und Wetter.

Faszinierend sind tiefe Schluchten, die von tosendem Wasser in die Berge geschnitten wurden. Durch die Taubenlochschlucht ebenso wie durch die Twannbachschlucht im Berner Jura führen leichte Wanderungen zwischen hohen Felsen hindurch und lassen über märchenhaft wirkende mysteriöse Felsformationen staunen. Der Weg durch die Taubenlochschlucht dauert ab Frinvillier 45 Minuten, man kann ihn aber auch in eine längere Tour entlang der Suze von Biel nach Sonceboz einbauen; für die 14 km benötigt man etwa dreieinhalb Stunden.
Hat man von Twann her nach einer halben Stunde das Ende der Twannbachschlucht erreicht, kann man noch eine Stunde dranhängen, um über Les Moulins den Twannberg zu erreichen – mit großem Spielplatz, Streichelzoo und Picknickplätzen.

Bergauf, bergab

Auch unzählige anspruchsvolle Bergwanderungen sind in den Berner Alpen und im Jura möglich. Doch wie soll man eine Auswahl treffen? Die folgenden Wanderbeispiele können wie auch die bereits genannten nur einige Mosaiksteine aus der riesengroßen Vielfalt der Berner Wanderwege sein:

Immerhin 1607 m hoch ist der Chasseral im Berner Jura. Von Villeret, auf 740 m, geht es durch das Naturschutzgebiet Combe-Grède bis zu seinem Gipfel und weiter nach Saint Imier, auf 820 m. Die anspruchsvollen 14 km Weg kann man gut in fünfeinhalb Stunden schaffen.

Der Grimselpass zwischen Bern und Wallis liegt 2165 m hoch. Ein historischer Säumerpfad, der früher mit Maultieren zum Transport von Wein, Salz und Seide genutzt wurde, führt von dort in sechs Stunden hinunter nach Innertkirchen, auf 625 m. Es geht vorbei am Grimsel-Stausee und am Räterichsboden, über in Fels gehauene Wege, historische Säumerbrücken und über eine Hängeseilbrücke.

Ein wahres Wander-Highlight im Berner Oberland ist der mehrtägige Bärentrek! Er beginnt in Meiringen, führt durch die Gletscherschlucht des Rosenlauigletschers, über Hornseeli, Große Scheidegg, Grindelwald, Alpiglen, Eigertrail und Eigergletscher zum Lauterbrunnental, dem Tal der 72 Wasserfälle – wo das Gletscherwasser mit lautem Getöse über mehrere Hundert Meter hohe Felswände hinunterstürzt! Weiter geht es nach Gimmelwald, am Sefinenbach entlang und über die Sefinenfurgge zur Bundalp. Weitere Stationen sind Hohtürli, Blümlisalphütte, Oeschinensee, Kandersteg, Sunnbuel, Schwarenbach, Schwarzgrätli und Engstigenalp, bis man schließlich über den Ammertengrat und das Ammertentäli zur Iffigenalp und über den Iffigenwasserfall zurück nach Meiringen gelangt. Auf den 132 Kilometern ist man eine gute Woche lang täglich etwa sechs bis sieben Stunden unterwegs und bewältigt insgesamt 9749 Höhenmeter im Aufstieg und 9206 Höhenmeter im Abstieg.

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